Mehr Einfluss auf deine Google-Suche
Welche Quellen Google zeigt, entscheidet bisher vor allem der Algorithmus. Ganz aus der Hand geben musst du die Auswahl aber nicht mehr: Mit Google Preferred Sources – auf Deutsch „Bevorzugte Quellen“ – kannst du festlegen, von welchen Websites du bei aktuellen Themen gern mehr sehen möchtest.
Das klingt erst einmal nach einer kleinen Einstellung. Für Leser:innen und Publisher ist sie aber ziemlich spannend. Denn deine ausgewählten Quellen können häufiger im Bereich „Schlagzeilen“ auftauchen. Außerdem kann Google sie in Übersichten mit KI (AI Overviews) und im KI-Modus mit dem Hinweis „bevorzugt“ hervorheben.
Was sind „Bevorzugte Quellen“ bei Google?
Preferred Sources ist eine persönliche Quellenliste in deinem Google-Konto. Wenn du eine Website auswählst, zeigt Google passende neue Inhalte dieser Quelle bei nachrichtenbezogenen Suchanfragen eher und prominenter an.
Andere Websites verschwinden dadurch nicht. Du baust dir also keine komplett abgeschottete Nachrichtenblase, sondern gewichtest bestimmte Quellen etwas stärker. Google kann Beiträge deiner Auswahl direkt in den „Schlagzeilen“ oder in einem eigenen Bereich mit Inhalten aus deinen Quellen anzeigen.
Die Funktion ist inzwischen weltweit und in allen von der Google-Suche unterstützten Sprachen für „Schlagzeilen“ verfügbar. In AI Overviews und im KI-Modus greift sie dort, wo diese Google-Funktionen angeboten werden.
So legst du deine Lieblingsquellen fest
Am schnellsten funktioniert es über einen direkten Link der jeweiligen Website:
- Öffne den Link zur Google-Quellenauswahl.
- Melde dich in deinem Google-Konto an, falls du noch nicht angemeldet bist.
- Suche nach der gewünschten Website oder prüfe den bereits vorausgewählten Eintrag.
- Setze den Haken bei der Quelle.
- Lade die Suchergebnisse neu.
Alternativ suchst du bei Google nach einem aktuellen Thema. Wenn der Bereich „Schlagzeilen“ erscheint, findest du neben der Überschrift ein Sternsymbol. Darüber öffnest du ebenfalls die Quellenauswahl.
Das Sternsymbol taucht nicht bei jeder Suche auf. Bei einer allgemeinen Suchanfrage ohne Nachrichtenbezug kann es also fehlen – das ist ganz normal.
scinet als bevorzugte Quelle hinzufügen
Du liest meine Beiträge zu Webdesign, SEO, künstlicher Intelligenz und digitaler Sichtbarkeit gern? Dann kannst du scinet mit wenigen Klicks als bevorzugte Quelle auswählen:
Neu für Publisher: der offizielle Google-Button
Google bietet Website-Betreiber:innen inzwischen auch einen offiziellen, automatisch lokalisierten Preferred-Sources-Button an. Er öffnet die Quellenauswahl und bringt Leser:innen anschließend zurück auf die Ausgangsseite. Für die Standardintegration genügen laut Google zwei HTML-Zeilen:
<script async src="https://news.google.com/swg/js/v1/publisher.js"></script>
<div google-add-preferred-source-btn></div>
Der Button kann hell oder dunkel dargestellt und bei Bedarf auf eine bestimmte Sprache festgelegt werden. Wer kein externes Skript einbinden möchte, kann weiterhin den direkten Link zur Quellenauswahl verwenden. Für scinet nutzen wir in diesem Artikel bewusst diese schlanke Deeplink-Variante.
Was bringt das Leser:innen?
- Mehr Kontrolle: Du entscheidest bewusster mit, welche Quellen in deiner Suche mehr Raum bekommen.
- Schneller zu vertrauten Inhalten: Bei aktuellen Themen findest du Veröffentlichungen bekannter Websites leichter.
- Eigene Mischung: Du kannst so viele Quellen auswählen, wie du möchtest – zum Beispiel Fachblogs, lokale Medien und große Nachrichtenportale.
- Unterstützung für kleinere Publisher: Auch spezialisierte Blogs können sichtbarer werden, wenn ihre Community sie aktiv auswählt.
Trotzdem lohnt sich weiterhin ein Blick über den eigenen Tellerrand. Eine bevorzugte Quelle ist eine persönliche Präferenz, kein automatisches Qualitätssiegel und keine Garantie dafür, dass jeder einzelne Beitrag richtig oder vollständig ist.
Was bringt Preferred Sources für Website-Betreiber:innen?
Für Publisher entsteht ein neuer direkter Weg zwischen Stammleser:innen und Google. Bisher war diese Beziehung vor allem über Newsletter, Social Media oder einen gespeicherten Favoriten sichtbar. Jetzt kann die Community ihre Präferenz auch in der Google-Suche hinterlegen.
Google nennt dazu eine interessante Zahl: Nach der Auswahl als Preferred Source klicken Leser:innen laut dem Unternehmen etwa doppelt so häufig auf die jeweilige Website. Das ist natürlich kein Versprechen für jede einzelne Seite. Es zeigt aber, dass eine bewusste Quellenwahl tatsächlich Aufmerksamkeit schaffen kann.
Teilnehmen können Websites auf Domain- oder Subdomain-Ebene. Eine komplette Domain wie scinet.eu kann auswählbar sein, ein einzelner Unterordner wie scinet.eu/blog dagegen nicht. Außerdem weist Google darauf hin, dass selten aktualisierte Websites möglicherweise nicht in der Quellenauswahl erscheinen.
Ersetzt die Funktion klassische SEO?
Kurz gesagt: nein. Preferred Sources ersetzt weder gute Inhalte noch saubere Technik und schon gar keine durchdachte SEO-Strategie.
Google berücksichtigt eine bevorzugte Quelle nur dann, wenn sie zur Suchanfrage passt und frische, relevante Inhalte veröffentlicht hat. Eine schlampige Website wird durch einen Klick auf den Stern also nicht plötzlich zum Suchmaschinenstar.
Für Website-Betreiber:innen bleiben deshalb dieselben Grundlagen wichtig:
- hilfreiche Inhalte mit echtem Mehrwert,
- klare Themen und eine erkennbare fachliche Positionierung,
- saubere Seitentitel, Beschreibungen und strukturierte Daten,
- schnelle, mobile und barrierearme Seiten,
- regelmäßige Aktualisierungen.
Preferred Sources kommt als zusätzlicher Baustein dazu. Besonders interessant ist er für Websites, die bereits eine treue Leserschaft haben und regelmäßig aktuelle Inhalte veröffentlichen.
Häufige Fragen zu Google Preferred Sources
Brauche ich dafür ein Google-Konto?
Für eine dauerhaft gespeicherte und geräteübergreifende Auswahl solltest du in deinem Google-Konto angemeldet sein. Dann übernimmt Google deine Einstellungen auch in anderen Browsern, in denen du dasselbe Konto nutzt.
Wie viele bevorzugte Quellen kann ich auswählen?
Google nennt keine feste Obergrenze. Du kannst mehrere Websites kombinieren und deine Auswahl jederzeit ändern.
Warum finde ich eine bestimmte Website nicht?
Google nimmt nicht automatisch jede Website in die Quellenauswahl auf. Eine selten aktualisierte Seite kann fehlen. Außerdem sind nur Domains und Subdomains auswählbar, keine einzelnen Unterverzeichnisse.
Sehe ich danach nur noch Beiträge meiner bevorzugten Quellen?
Nein. Google zeigt weiterhin Inhalte anderer Websites. Deine Auswahl sorgt lediglich dafür, dass passende Beiträge deiner Lieblingsquellen häufiger oder deutlicher hervorgehoben werden können.
Mein Fazit
Ich mag die Idee hinter Preferred Sources: Die Funktion gibt Nutzer:innen ein kleines Stück Kontrolle über die eigene Suche zurück und bietet kleineren Fachseiten eine zusätzliche Chance, von ihrer Community bewusst unterstützt zu werden.
Sie löst nicht alle Probleme der Google-Suche und ersetzt keine gute Suchmaschinenoptimierung. Aber der Aufwand ist minimal, die Auswahl bleibt flexibel und du kannst selbst entscheiden, welchen Quellen du etwas mehr Gewicht geben möchtest.
Wenn dir meine Inhalte helfen, freue ich mich natürlich, wenn scinet auf deiner Liste landet.
Quellen und weiterführende Informationen
- Google Search Central: Leitfaden zu bevorzugten Quellen
- Google Suche-Hilfe: Bevorzugte Quellen verwalten
- Google Blog: Weltweite Verfügbarkeit in allen Sprachen
- Google Blog: Preferred Sources in AI Overviews und im KI-Modus
Recherchestand: 24. August 2026. Google kann Darstellung und Verfügbarkeit der Funktion jederzeit ändern.