Ende Oktober steigen deine Impressionen wieder – aber das bedeutet nicht automatisch bessere Rankings
VeröffentlichtKategorie: SEO (Search Engine Optimization)
Veröffentlicht am 15.11.2025
Google Search Console: Warum deine Impressionen seit Ende Oktober wieder steigen – ohne dass du besser rankst
Seit Mitte September 2025 sind die Impressionen in der Google Search Console bei vielen Websites drastisch eingebrochen. Bei scinet.eu waren es rund zwei Drittel weniger – ohne dass sich Klickzahlen oder Rankings geändert hätten. Das war kein SEO-Problem, sondern eine Änderung in Googles Messlogik: Bot-Traffic und automatisierte SERP-Abfragen wurden aus den Impressionen entfernt, der Parameter &num=100 wurde deaktiviert und AI-Bereiche wurden anders kategorisiert. Das war der Grund für den Einbruch.
Ich habe diesen Effekt bereits ausführlich im September analysiert. Wenn du den Hintergrund dazu nicht kennst, lies zuerst hier rein: Google Search Console Update: Warum deine Impressionen plötzlich sinken
Und jetzt passiert etwas Neues, das viele missverstehen: Seit Ende Oktober steigen bei vielen Websites die Impressionen plötzlich wieder. Und bevor man euphorisch wird – das ist ebenfalls kein Rankinggewinn.
Was im September 2025 passiert ist
Der erste große Knick in der GSC-Kurve war eine direkte Folge von Googles Änderungen:
- Automatisierte Abfragen von SEO-Tools und Scraper-Bots wurden deutlich stärker gefiltert.
- Der SERP-Parameter
&num=100, mit dem viele Tools die Top-100-Ergebnisse abgerufen haben, wurde deaktiviert. - Teile der neuen AI- und Testbereiche in den Suchergebnissen wurden anders gezählt oder gar nicht mehr als klassische Impressionen verbucht.
Die Folge: Die Impressionen sahen plötzlich „schlechter“ aus, obwohl sich an den eigentlichen Rankings nichts geändert hatte. Wer nur auf diese Metrik geschaut hat, hat fälschlicherweise einen SEO-Absturz gesehen.
Warum die Impressionen ab Ende Oktober wieder steigen
Seit Ende Oktober bzw. Anfang November sieht man bei vielen Websites das Gegenteil: Die Impressionen steigen wieder. Bei scinet.eu ist der Effekt erstmals ab dem 25.10.2025 eindeutig sichtbar gewesen.
Das wirkt auf den ersten Blick positiv, ist aber genauso wenig ein Qualitätsmerkmal wie der Einbruch vorher.
Der Grund ist simpel: Einige SEO-Tools rufen wieder größere SERP-Bereiche ab und erzeugen damit erneut Impressionen in der GSC. Vor allem Ahrefs, aber auch andere Rank-Tracker, haben damit begonnen, zumindest teilweise wieder Top-100-Ergebnisse auszulesen. Diese Abfragen tauchen wieder als Impressionen in der Search Console auf.
Wichtig: Google selbst hat dafür nichts „zurückgedreht“. Der Anstieg ist kein Signal dafür, dass deine Inhalte plötzlich besser ranken. Es ist nur ein Effekt der Tools, die mehr Daten ziehen.
So holen SEO-Tools die Top-100 wieder ab – vereinfacht dargestellt
Früher konnte ein Tool mit &num=100 alle ersten 100 Suchergebnisse in einem einzigen Request abrufen. Das geht heute nicht mehr. Stattdessen sieht es jetzt so aus:
- Abruf 1: Ergebnisse 1–10
- Abruf 2: Ergebnisse 11–20
- Abruf 3: Ergebnisse 21–30
- Abruf 4: Ergebnisse 31–40
- … (und so weiter, bis Ergebnisse 91–100)
Das Tool setzt anschließend alle Datenblöcke wieder zu einer einzigen Top-100-Liste zusammen. Die Search Console erkennt jeden Abruf als Impression – dadurch steigen die Impressionen wieder, obwohl sich an der Sichtbarkeit oder am Ranking nichts geändert hat.
Das ist kein Google-Update
Genau hier liegt der Denkfehler: Viele interpretieren die Kurve so, als hätte Google Ende Oktober ein zweites Update gefahren, das die Sichtbarkeit wieder verbessert. Das ist nicht der Fall.
- Sinkende Impressionen im September bedeuten nicht automatisch einen Rankingverlust.
- Steigende Impressionen ab Ende Oktober bedeuten nicht automatisch einen Rankinggewinn.
Wer SEO immer noch primär über Impressionen bewertet, analysiert an der Realität vorbei. Ab 2025/2026 sind Impressionen in der Search Console eine der unzuverlässigsten Kennzahlen im Reporting.
Welche Kennzahlen jetzt wirklich zählen
Wenn du verstehen willst, ob deine SEO-Maßnahmen funktionieren, musst du dir andere Größen ansehen – solche, die direkt mit echter Nutzung und echten Ergebnissen zu tun haben:
- Klicks: Steigen sie, bleiben sie stabil oder brechen sie ein?
- Rankings: Verbessern sich deine Positionen messbar für die Keywords, auf die es wirklich ankommt?
- Conversions: Entstehen über die organische Suche Anfragen, Buchungen, Verkäufe oder andere klar messbare Ziele?
Impressionen sind inzwischen eher ein Nebenprodukt verschiedener Messsysteme – dazu gehören Googles interne Experimente (AI-Overviews, SGE, neue Layouts) und externe Tools, die SERPs abfragen.
Was sich grundsätzlich an SEO verändert
Parallel dazu dreht Google weiter an der Schraube: Die Suchmaschine entwickelt sich Schritt für Schritt zur Antwortmaschine. KI-Overviews, Snippet-Boxen, Foren-Blöcke, Quellen-Panels und andere Elemente nehmen immer mehr Platz in den Suchergebnissen ein. Die klassische Liste aus „10 blauen Links“ schrumpft – und damit die Rolle der klassischen Impression.
Moderne SEO bedeutet deshalb:
- Inhalte so zu strukturieren, dass Menschen und KI sie verstehen und verwerten können.
- Klare, konkrete Antworten statt aufgeblasener SEO-Texte zu liefern.
- Expertise sichtbar zu machen, statt nur Keywords aneinanderzureihen.
- Auf echte Performance-Kennzahlen zu achten, nicht auf schön aussehende Balken in der GSC.
Fazit: Impressionen sind nur noch Rauschen
Die Tage, in denen Impressionen in der Search Console ein ernstzunehmender Erfolgsindikator waren, sind vorbei. Wenn deine Impressionen steigen oder fallen, sagt das 2025/2026 nur noch sehr wenig darüber aus, ob dein SEO funktioniert.
Entscheidend ist, was wirklich etwas bringt: Sichtbare Rankings, echte Klicks und echte Kontakte. Alles andere ist Rauschen in der Statistik.
SEO, das Klarheit schafft – statt Rätselspiele
Ich analysiere deine Website so, dass du endlich verstehst, was wirklich wirkt – und was nur Messlogik ist.
Jetzt Beratung anfragen
Denise Hollstein – Webdesign, Entwicklung & Online-Sichtbarkeit in Augsburg
Seit 2011 selbstständig. Ich entwickle individuelle Websites mit sauberer Technik, klarer Struktur und messbarer Sichtbarkeit – ohne Baukastensysteme.